Anfang April 2015 

 

 Selten, aber es gibt sie noch. Biotope und Pflanzen, wie auf den folgenden Bildern.

 

Regionale Frühblüher im Landkreis Neustadt/WN 

Ein naturbelassener Bach in einem wenig genutzten Wald. Humoser Boden mit Laubauflage. Im Frühjahr feucht. Südliche Lagen in denen es, solange noch kein frisches Laub vorhanden ist, schon warm wird. Das sind Voraussetzungen für einige unserer schönen und seltenen Frühblüher.
Oder alte Hohlwege, die noch erhalten geblieben sind. Aus welchen Gründen auch immer, Hauptsache es gibt noch einige wenige.
Wer kennt es? Das Gegenblättrige Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium), das zu den Steinbrechgewächsen gehört. Es "verschwindet", sobald andere Arten hochwachsen.
Ebenso unscheinbar, wird es meist übersehen, das Moschuskraut (Adoxa moschata). Wie die vorige Art braucht es feuchten Untergrund und Halbschatten.
Die Blüte des Moschuskrauts ist klein und unauffällig, wie die ganze Pflanze. Der Wert solcher Pflanzen. - Wir können das nicht entscheiden. In der Natur gibt es immer vernünftige Gründe, auch wenn wir es nicht gleich begreifen.
Nicht ganz so unscheinbar und recht bekannt, das Märzveilchen oder Duftveilchen (Viola odorata). Die Stelle, an der es blüht gehört zu einer früheren Besiedelung. Oftmals sind die Duftveilchen, dort wo sie vorkommen, vom Menschen eingetragen.
Das Buchwindröschen (Anemone nemorosa). Eine typische Pflanze unserer Heimat. Kommt überall vor, wo der Standort passt. Feuchter Laubboden und im Frühjahr viel Licht.
Auf nassen Stellen, zwischen Büschen und an Gräben, wächst das Frühlingsscharbockskraut (Ranunculus vicaria). Typisch sind die glänzend grünen Blätter und die ebenfalls glänzenden gelben Blütenblätter.
Das Lungenkraut (Pulmonaria obscura). Ein Borretschgewächs. Es gibt noch das Pulmonaria officinalis, das Blätter mit hellen Flecken hat. Zwischen beiden gibt es Vermischungen, sodass man die Art manchmal nicht sicher bestimmen kann.
Zu den Liliengewächsen zählt der Waldgelbstern (Gagea lutea). Er wächst in lichtem Buschwerk und an Waldrändern.
Hier eine einzelne Pflanze des Waldgelbsterns zwischen altem Laub.
Die glänzenden, runden Blätter der Haselwurz (Asarum europaeum) kennt fast jeder. Die Blüten sind meist unter den Blättern verborgen. Sie werden von kleinen Insekten und Ameisen bestäubt, müssen also für größere Fluginsekten nicht sichtbar sein.
Auffällig, wo er noch vorkommt, der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava). Er zählt zu den Mohngewächsen. Die Blüten sind violett-rot oder weiß. Beide Farben kommen bei dieser Pflanze vor und unterscheiden sich nur durch das farbgebende Gen.
Hier die weiße Blüte und eine Nahaufnahme der roten Blüte des Hohlen Lerchensporn.
Diese rote Blüte steckt zum Teil noch in den Knospen. Schön zu sehen ist die Form der Blätter
Eine andere Art Lerchensporn, der Mittlere Lerchensporn (Corydalis intermedia). Diese Art ist unauffällig und deutlich seltener als Corydalis cava. Sie trägt an einem Stengel nur 1 bis höchstens 5 Blüten. Die Farbe ist wiederum violett, es soll auch weiße Exemplare geben, jedoch nicht an diesem Standort.
Hier ein Blütenstand von Corydalis intermedia mit drei Blüten.
Die Art blüht sehr früh. Hier sieht man bereits die Fruchtstände in Form von kleinen Schoten, welche die Samen enthalten. Bereits in etwa 3 Wochen sind die Samen reif.
Die Blüte einer Frühlingsküchenschelle (Pulsatilla vernalis), noch feucht vom Tau. Dieselbe Blüte (links) eine gute Stunde später in der Sonne.
Frühlingsküchenschellen (Pulsatilla vernalis) haben an einer Pflanze oft mehrere Blüten.

 

Die Schönheit dieser Pflanze ist gleichzeitig ihr Verhängnis. Seit ich diesen Standort kenne, werden dort Pflanzen ausgegraben. Es gäbe längst keine mehr, wenn nicht Naturfreunde aus Samen Pfanzen nachziehen und diese dann wieder auswildern würden.

Es ist schon seltsam. Man sollte meinen, dass Menschen mit Garten Naturfreunde sind. - Warum zerstören sie dann solche natürlichen Vorkommen? Es ist übrigens gar nicht so leicht, die Pflanzen aus Samen zu ziehen. Man kann sich aber auch an den Garten angepasste Pflanzen kaufen.

 

 

 

 







Eine Besonderheit, die Frühlingsküchenschelle - Pulsatilla vernalis -