Es ist Zeit zum Verpuppen

Jetzt ist die Zeit für Schmetterlingsraupen, um sich sichere Plätze suchen, an denen sie sich verpuppen können, um dann den Winter zu überleben.

Unscheinbare und prächtige Tag- und Nachtfalter entstehen aus äußerst unterschiedlich aussehende Raupen. Oft sind die Raupen wesentlich auffälliger als die fertigen Schmetterlinge. 

 

Nachfolgend einige Bilder von hübschen und fast schon bizarr anzusehenden Raupen.  

Einigen Raupen habe ich den passenden Schmetterling beigefügt.

 

September 2015 

   

Einige Schmetterlingsarten, wie der Kleine Fuchs - Aglais urticae - schützen sich als Raupe mit einem relativ festen Netz vor Fressfeinden. Später kriechen sie in allen Richtungen davon um sich zu verpuppen.
Das Tagpfauenauge - Inachis io - legt seine Eier auf Brennnesseln ab. Diese dienen dann den Raupen als Nahrung und als Schutz. An den dürren Brennnesseln hängen im Winter auch die Puppen des Schmetterlings.
Manchmal sieht man sie eilig über die Strasse kriechen, die Raupen des Braunen Bär - Arctia caja. Die "Haare" sollen Fressfeinde abschrecken. Menschen reagieren oft allergisch auf Berührung mit diesen Haaren.
Mit geschlossenen Flügeln ist der Braune Bär auf der Rinde nur schwer sichtbar.
Links:   Kaum bekannt ist die Raupe des Taubenschw
Links: Kaum bekannt ist die Raupe des Taubenschwänzchens - Macroglossum stellatarum -, die manchmal auf Labkraut zufinden ist. Rechts: Seit einigen Jahren, also mit dem Anstieg der Temperaturen sind die Taubenschwänzchen bei uns recht häufig. Sie saugen im Fliegen aus den Blüten, ähnlich wie ein Kolibri.
Zwei Raupen des Ginsterstreckfusses - Dasychira fascelina - kriechen hier hintereinander her. Sie leben wie der Name sagt, auch auf Ginster. Die Schmetterlinge sind unscheinbar grau bis graubraun, typische unscheinbare Nachtfalter.
Die Raupen des Mittleren Weinschwärmers leben auf Weidenröschen oder auch auf Fuchsien im Garten. Man wird sie schonen, wenn man weiß wie schön der Schmetterling ist. Also nicht gleich alles umbringen. Die grüne Raupe ist nur jünger, die braune Raupe steht kurz vor dem Verpuppen. Die Flecken am Vorderende der Raupe, die wie Augen aussehen, dienen wiederum der Abschreckung von Fressfeinden.
Mittlerer Weinschwärmer - Deilephila elpenor - das ist der Schmetterling aus den interessanten, aber nicht gerade "schönen" Raupen.
Auch die Raupe der Pfeileule - Acronicta psi - wehrt sich mit "Haaren" gegen hungrige Vögel. Der Schmetterling sebst ist ein unauffälliger grauer Nachtfalter.
Man kann auch mit Farben abschrecken, die in der Natur als giftig "gelten". Dazu der Dorn am hinteren Ende der Raupe - sieht gefährlich aus. So versucht es also die Raupe des Wolfsmilchschwärmers sich vor dem Gefressenwerden zu schützen.
Der Wolfsmilchschwärmer - Hyles euphorbiae. Wie bei vielen, nicht bei allen, kleinen und größeren Schwärmern sieht man die warnenden Farben der Unterflügel nur, wenn die oberen Flügel bei Gefahr abgespreizt werden. Eine typische Abwehrmethode.
Der Schlehenspinner - Orgya recens - hat seinen Namen wie viele andere auch von der Pflanze auf der er lebt und von der er sich ernährt. Das Männchen des fertigen Schlehenspinners ist grau, mit zwei hellen Flecken, die Augen nachbilden sollen. Die Weibchen haben völlig zurückentwickelte Flügel und sind nicht flugfähig.
Klein aber auffällig ist der Rotschwanz oder Buchenstreckschwanz - Dasychira pudibunda. Wenn man die Raupe berührt, zieht sie sich zusammen und auf dem Rücken werden schwarze Streifen sichtbar.
Zwischen den dornigen Sträucher ist der Brombeerspinner -Macrothylacia rubi - relativ gut getarnt und geschützt. Er trägt aber auch Haare zur Abwehr.
Der Brombeerspinner-Falter ist ganz unauffällig. Deutlich sieht man bei diesem Exemplar die breiten Fühler. Es ist ein Männchen, das mit derart ausgebildeten Fühlern die Feromone wahrnehmen kann, welche von den Weibchen abgegeben werden. So finden die Männchen die Weibchen.
Wollkrauteulen - Cucullia verbasci - findet man auf Königskerzen. Die Pflanzen werden in diesem Fall nicht nachhaltig geschädigt. Schädigungen von Pflanzen gibt es vor allem dann, wenn z. B. Pflanzen in großen Kulturen zur massenhaften Vermehrung von Insekten führen, da diese dann optimale Lebensbedingungen vorfinden.
Diese hübsche Raupe gehört zu einem schönen Tagfalter, dem Distelfalter - Vanessa cardui.
Distelfalter kommen mit südlichen Strömungen im Frühsommer manchmal massenhaft zu uns. Durch die lange Wanderung sind diese Falter meist recht blass und unansehnlich. Das abgebildete Exemplar stammt von einer zweiten Generation, die bereits bei uns geschlüpft ist.
Links: Das ist die Raupe eines Trauermantels - Nymphalis antiopa -, die sich gerade an einen Stängel zum Verpuppen angehängt hat. So hängt dann die Puppe, auch über den Winter, bis der Schmetterling bei günstigen Bedingungen schlüpft. Rechts: Der Jakobsbär - Thyria jacobaeae - "wehrt" sich mit gelben und schwarzen Ringen sowie mit langen Haaren.
Farblich gut geschützt kriecht die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges - Saturnia pavonia - durchs Heidekraut. Die grünen Raupen mit den manchmal rosafarbenen "Warzen" tragen wenig Haare und sind aus einiger Entfernung gar nicht leicht zu entdecken.
Wenn Sie eine solche Raupe sehen, hatte ein Schwalbenschwanz dort seine Eier abgelegt. Also !! auf jeden Fall leben lassen - und beobachten. Ganz gleich, auf welcher für Sie wichtigen Pflanze die Raupe sitzt.
So sieht die Raupe des Schwalbenschwanz - Papillio machaon - nach einiger Zeit aus. Sie kann am Kopf als Drohgebärde "Hörner" ausstülpen, wie man sieht. Nahrungspflanzen sind Wilde Möhre, auch Gartenmöhre, Dill und andere Gewürzpflanzen.
Hier ein vor kurzer Zeit aus seiner Puppe geschlüpfter, fast "fertiger" Schwalbenschwanz. Man kann, falls man Raupen an Möhren findet, diese in einemTerrarium mit den Futterpflanzen halten und warten, bis sie schlüpfen. Dass der Schlupf nahe ist erkennt man daran, dass die Puppen langsam durchscheinend werden und man bereits die Zeichnung des Falters durch die Puppenhülle sehen kann.

Und dann - fliegen lassen!   

                                           

 

Baumweißling

 Der Baumweißling  und "seine" Puppe